Ein traditionelles Heilmittel in der modernen Humanmedizin

Der Blutegel (Hirudo medicinalis) hat in seiner medizinischen Verwendung eine lange Tradition. Seit Jahrtausenden zur Blutentziehung angewendet (va. Indien) kam die Verwendung des kleinen Saugers ca. 200 v.Chr. auch im Abendland an.

 

Heutzutage werden ca. 300 000 bis 400 000 Blutegel jährlich verwendet.

 

Früher führte man die Wirksamkeit auf den Blutentzug (kleiner Aderlass) zurück.

 

Dahingegen ist heute wissenschaftlich bewiesen, dass bis zu 40 verschiedene Inhaltstoffe für die Wirkung verantwortlich sind. Auch mehrere aktuelle Studien beweisen immer wieder die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Blutegeltherapie.

 

Auf Grund seiner entzündungshemmenden, schmerzstillenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften setzt man den Blutegel bei folgenden Erkrankungen ein.

 

Anwendungsgebiete:

 

  • Akute und chronische Gelenkschmerzen

 

  • Krampfadern/Besenreißer/Unterschenkelgeschwüre

 

  • Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen

 

  • Bluthochdruck

 

  • Rheumatische Erkrankungen

 

  • Mittelohrentzündung

 

  • Tinnitus

 

  • Furunkel, Karbunkel, Abszesse

 

  • Wirbelsäulen und Kreuzbeinsyndrom

 

  • Durchblutungsstörungen

 

  • Entzündlich degenerative Hauterkrankungen

 

  • Herpes Zoster

 

  • Bursitis (Schleimbeutelentzündung)

 

 

 

Auch wenn die Blutegel-Therapie zur Kernkompetenz der Naturheilkunde gehört und sich die Schulmedizin zunehmend für ihren therapeutischen Einsatz interessiert, sind noch nicht alle Anwendungsgebiete durch ausreichende valide wissenschaftliche Studien abgesichert. Fragen Sie mich gerne.


Gibt es Nebenwirkungen? Tut es weh?

 

Der Biss eines Blutegels ist nicht sonderlich schmerzhaft. Er kann mit einem Mückenstich oder leichtem Brennesselstich beschrieben werden. Im weiteren Verlauf kann es zu einem leichten Jucken kommen das aber als Wundheilungsreaktion zu werten ist. Etwas Essig und Wasser lassen dieses Jucken alsbald verschwinden.

 

Als Beispiel sei hier eine Studie zur Wirksamkeit der Blutegelbehandlung aufgeführt.

 

Langzeitwirkungen bei Kniegelenkarthrose

Einen Einblick in die Langzeitwirkungen ermöglicht beispielsweise eine nachträgliche  Analyse von ca. 400 Gonarthrose Patienten (Kniearthrose) der Kliniken Essen-Mitte, die jeweils einmalig mit Blutegeln behandelt wurden. In der Nachbeobachtung zeigte sich bei 90% eine deutliche Schmerzlinderung, die in 27% der Fälle 1 bis 3 Monate, in 33 % 4 bis 9 Monate und in 26% 10 und mehr Monate anhielt. Bei 72% fand sich ein reduzierter Schmerzmittelbedarf, bei 32% länger als ein Jahr. Unerwünschte Wirkungen blieben selten, bis auf häufigen lokalen Juckreiz und gelegentlich verstärkte Hautrötungen.

(Spahn G, Rieckmann T, Michalsen A et al.: Long-Term results and adverse effects of leech therapy in osteoarthritis. Focus on Complementary and Alternative Medicne (FACT). 2005;10;34)

 

Für weitere Fragen und Antworten stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. (siehe Kontakt)