Phytotherapie – die Heilkraft der Pflanzen

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Phytotherapie oder auch Pflanzenheilkunde ist eine der ältesten und weit verbreiteten medizinischen Methoden. Ob in Nord / Südamerika, im alten Persien, Europa, Russland oder den asiatischen Staaten, praktisch überall wo Menschen und Pflanzen zusammenlebten, erkannten und nutzten diese die Heilkraft der Pflanzen.

 

Auch viele heute gebräuchliche Medikamente aus der Pharmaindustrie gehen auf die Entschlüsselung der Pflanzen und ihrer Wirkstoffe zurück. So ist der Wirkstoff des Aspirins die A-Salizylsäure, früher auch Spir-säure genannt. (wurde zuerst in Spir-ea ulmaria dem Mädesüß gefunden und erhielt dadurch den Namen A-spir-in) Das Präparat Marcumar als Blutverdünner entstammt der Wirkstoffgruppe der Cumarine welche z.B. im Steinklee vorkommen oder auch die Pflanzenhormone der Yamswurzel welche die Ausgangssubstanzen für die erste Verhütungspille der Frau lieferte.

 

Auch in der Behandlung von chronischen Erkrankungen kommen Pflanzen und ihre Extrakte zum Einsatz z.B. das Immergrün aus Madagaskar (Vinca Rosea), das allbekannte Schöllkraut (Chelidonium majus), die Eibe (Taxus baccata), das Lycopin der Tomate (Solanum lycopersicum) oder auch der gefleckte Schierling (Conium maculatum), den Sokrates im Schierlingsbecher trank.

Warum Phytotherapie?

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Unzählige positive Studien über die Wirksamkeit der Pflanzen lassen die Praxis der Pflanzenheilkunde wieder in einem modernen Licht erscheinen. Da sie eine wirkungsvolle und sanfte Methode bietet chronische und akute Erkrankungen zu behandeln oder solche neben der üblichen Medikation zu begleiten.

 

Dabei ist es hervorzuheben das die Pflanzenheilkunde immer auch ein Prophylaktikum darstellt. Da ein einzelnes Wirkstoffmuster, synthetisiert und hochdosiert, immer nur einen „Angriffspunkt“ hat kommen meist erhebliche Nebenwirkungen zustande. Die Pflanze als eine lebendige Komposition von verschiedensten Wirkstoffen umgeht nicht nur diese Nebenwirkungen sondern wirkt zweiermaßen besser.

 

Erstens wirkt sie durch die sich unterstützende Wirkstoffkombination immer regulativ auf die Körperfunktionen und zweitens wirkt sie durch das Vielstoffgemisch nicht nur auf einen Bereich, sondern auf viele gleichzeitig. Damit wird das ganze Wirkungsspektrum der Pflanze erhöht und ermöglicht gleichzeitig eine ganzheitliche Behandlung.

 

Versteht man es nun als geübter Heilpflanzenkundiger verschiedene Pflanzen miteinander zu kombinieren und diese auch auf die Konstitution und die Erkrankung des Patienten abzustimmen, so erhält man eine in der Regel absolut wirkungsvolle Rezeptur welche individuell auf den Patienten abgestimmt ist.

 

Als leidenschaftlicher Phytotherapeut ist mir wichtig, sich einerseits mit den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinander zu setzten und gleichzeitig auf die Jahrtausende lange Erfahrung der alten Praktiker zu vertrauen. Viel zu schnell werden heute Pflanzen als wirkungslos abgetan nur weil man ihre Wirkungsweise nicht nachweisen kann und viel zu oft werden Pflanzen verboten die angeblich giftig sind (nur um dann nach nochmaliger Prüfung, sie ganz im Gegenteil, als äußerst heilkräftig einzustufen. z.B. Enzian). Welche wirtschaftlichen Interessen, politischen und lobbyistischen Entscheidungen oder gutwillige, wissenschaftliche Intensionen dazu auch führen mögen, dies alles zeigt das die Pflanzenheilkunde keineswegs obsolet (ungebräuchlich) oder veraltet ist.

 

Im Gegenteil die Pflanzenheilkunde entwickelt sich genauso weiter wie alles andere. Ebenso auch die Indikationsmöglichkeiten für die einzelnen Pflanzen und damit die weitreichenden Kombinationsmöglichkeiten für die tägliche Praxis, zum Wohle der Patienten.

 

Somit ist die Pflanzenheilkunde eine moderne, wissenschaftliche und auf lange Tradition zurückblickende Methode in der Naturheilkunde.

Anwendungsgebiete

Die Pflanzenheilkunde kann praktisch immer eingesetzt werden als alleiniges oder begleitendes Therapeutikum. In der unten stehenden Auflistung sollen ein paar Möglichkeiten zusammengefasst werden.

 

  • Nervensystem (zentral und vegetativ)
  • Hormone - Psyche und Emotionen (Erschöpfung, Leistungsverlust, Depressionen, Übererregbarkeit, ADHS)
  • Immunsystem
  • Herzkreislauf (Hypertonie, Hypotonie, Arteriosklerose, Rhythmusstörungen etc.)
  • Verschiedene Organe wie Leber, Nieren, Darm, Milz, Herz, Haut, Blase, Uterus, Prostata etc.
  • Entgiftung und Stoffwechselanregung
  • Medikamentenreduzierung oder Ausschleichen von Medikamenten
  • wenn Niere und Leber so durch synthetisch-pharmazeutische Mittel belastet sind das keine Medikamente mehr verordnet werden können!!
  • Blutbildung
  • Menstruationsstörungen
  • Potenzstörungen
  • Rheuma und Gicht
  • Metabolisches Syndrom (Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte)
  • Konzentrationsstörungen
  • Demenz, Alzheimer
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Osteoporose
  • Arthrose, Gelenksentzündungen
  • Schnupfen, Husten, Heiserkeit
  • Chronische und akute Lungenerkrankungen
  • Durchfall und Verstopfung
  • Morbus Chron und Colitis ulcerosa
  • Sodbrennen
  • Hauterkrankungen
  • Schilddrüsenstörungen
  • Allergien
  • Autoimmune Erkrankungen

 

 

Die Phytotherapie, auch Pflanzenheilkunde genannt, gehört zu den vom Gesetzgeber anerkannten besonderen Therapierichtungen. Sie wird gerade in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau wissenschaftlich erforscht und weiterentwickelt.